Die Nerven behalten beim Immobilienankauf- oder Verkauf in Spanien ist nicht immer ganz einfach

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Den Zeitdruck rationalisieren

Üblicherweise wird in Spanien bei Immobilienverkäufen Zeitdruck aufgebot.

Vom Makler weil er tendenziell schnell verkaufen möchte, vom Verkäufer mit dem Argument ein vermeintlicher anderer Käufer habe sonst Vorrang und mitunter vom Käufer weil er nur noch kurze Zeit vor Ort anwesend ist und das Objekt in welches er sich verliebt hat sich rechtlich sicher möchte weil ihm gegebenfalls schon einmal durch zu langes Warten ein Kaufobjekt durch die Lappen gegangen ist.

Den Entscheidungsprozess richtig einleiten

Haben Sie klare Kriterien welche Art von Kaufobjekt Sie suchen dann ist diese nötige Vorstufe zur richtigen Entscheidung bereits erfüllt.

Dann heisst es auf Käuferseite weiter zu rationalisieren.

Eine begrenzte Reservierungsgebühr kann bei vermeintlich sehr attraktiven Objekt noch ohne ausreichende Objektprüfung vertretbar sein.

Höhere Anzahlungs- oder Optionsbeträge sollten erst nach einem mit dem Anwalt abgestimmten Prüfungszeitraum mit Unterzeichnung privaten Kaufvertrages geleistet werden.

Die persönliche An- oder Abwesenheit vor Ort ist heute kein rationaler Zeitrdruckfaktor mehr, warum?

Nun, in Spanien ist es heute üblich dass die Parteien eines Kaufvertrag vereinbaren dass auch ein per E- Mail übersandtes Dokument bereits Rechtskraft hat.

Wie Sie als Käufer trotz Vertragsunterzeichnung noch Zeit für die Vertragsprüfung gewinnen

Im privaten Immobilienkaufvertrag wird dann vereinbart dass der Kaufvertrag erst dann wirksam wird wenn der Anzahlungsbetrag binnen 7 oder 10 Tagen auf dem Verkäuferkonto eingeht.

Dann kann dieser Zeitrahmen quasi ohne Risiko zur eigenen Finanzierungsabsicherung und zur rechtlichen Objektprüfung genutzt werden.

Wird übermässig von der Käuferseite Entscheidungsdruck aufgebaut dann leuchtet beim Rechtsanwalt eine Kontrollampe

und diese sollte dann auch bei Ihnen aufleuchten.

Das kann im besten Falle fehlende Professionalität auf der Verkäuferseite wiederspiegeln.

In anderen Fällen sollen Rechts- oder Objektmängel nicht zu Tage treten.

Zu diesem Zweck wird mitunter vom Verkäufer auch angeboten doch selbst viele Abwicklungsschritte mitzutägigen und Sprachbarrieren zu überwinden und dem Käufer Kosten zu ersparen.

Mut zum Restrisiko

Da beim Immobilienerwerb nicht selten der Lebensarbeitsertrag investiert wird spricht dies für eine rationale Entscheidungssteuerung

Anderseits lassen sich, wie überall im Leben, verbleibende Restrisiken nicht voll ausschalten und den Vertrag mit allzuvielen Detailregelungen zu überlasten kann auch die Geduldsgrenzen des Vertragspartners sprengen.

So gibt es immer auch den richtigen Zeitpunkt für eine zu treffende klare Entscheidung.

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